KüNO Projekte
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STENCIL

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Strategien und Werkzeuge für umweltfreundliche Sandaufspülungen als 'low-regret' Maßnahmen unter Auswirkungen des Klimwandels

Kurzbeschreibung

Sandaufspülungen werden seit mehreren Jahrzehnten weltweit ausgeführt und sind heutzutage als routinemäßige Küstenschutzmaßname angesehen. Der neuerliche Paradigmenwechsel zu einem Integrierten Küstenzonenmanagement (IKZM) und einem ökosystembasierten Management Ansatz (EAM) erfordern allerdings neue Konzepte, Modelle und Werkzeuge zur Umsetzung nachhaltiger und umweltfreundlicher Sandaufspülmaßnahmen. Das am 1. Oktober 2016 gestartete Verbundprojekt STENCIL möchte einen ersten Schritt in Richtung des langfristigen Ziels der Etablierung eines IKZM und EAM für Sandaufspülungen leisten. Mit der gemeinsamen Expertise von Küsteningenieuren, Geologen, Biologen und Toxikologen wird STENCIL einen Beitrag zu verbesserten Werkzeugen und Methoden für die Vorhersage der Hydro- und Morphodynamik an der Küste sowie zur Abschätzung der Auswirkungen von Sandentnahme und –aufspülung auf benthische Habitate und Prädatoren leisten. Mit dem Fokus auf das deutsche Wattenmeer ist das Projekt in vollem Einklang mit der „Wattenmeerstrategie 2100“. Durch Anwendung von Feldmessungen und Laborversuchen sowie konzeptioneller und numerischer Modelle werden wertvolle Datensätze, verbesserte Vorhersagemethoden sowie Prozess- und Arbeitsablaufstudien für die Entwicklung operativer Beobachtungs- und Analyseverfahren für die Praxis entstehen. Schließlich wird gemeinsam mit den Küstenbehörden eine Strategie für die Planung und Überwachung zukünftiger Sandaufspülmaßnahmen sowie die notwendigen zukünftigen Forschungsaktivitäten hinsichtlich umweltfreundlicher Sandaufspülungen als 'low-regret' Maßnahmen unter Auswirkungen des Klimwandels erarbeitet.

Geplante Arbeiten und Produkte:

Das Verbundprojekt wird am Forschungszentrum Küste (FZK) koordiniert und zusammen mit den Projektpartnern Franzius-Institut für Wasserbau, Ästuar- und Küsteningenieurwesen (FI) der Leibniz Universität Hannover, Leichtweiß-Institut (LWI), Abteilung Hydromechanik und Küsteningenieurwesen der Technischen Universität Braunschweig, Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft (IWW) und Institut für Umweltforschung (IUF) der RWTH Aachen University sowie dem Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Wattenmeerstation (AWI-Sylt) in vier Teilprojekten bearbeitet. Die Teilprojekte adressieren insgesamt 6 Arbeitspakete (Abbildung 1), von denen fünf auf die Entwicklung und Verbesserung von Werkzeugen und Methoden fokussiert sind, die durch die individuelle Expertise der Projektpartner entscheidende Verbesserungen bei der Vorhersage folgender Aspekte schaffen werden:

AP 2:  Sturmtiden, Wellen und Strömungen unter Berücksichtigung nicht-linearer Interaktionen,

AP 3:  mittel- bis langfristige morphologische Entwicklung von Sandaufspülungen,

AP 4:  kurzfristige morphologische Veränderungen von Sandaufspülungen unter Sturmflutbedingungen,

AP 5:  Entwicklung von Sedimenteigenschaften und benthischen Habitaten im Bereich der Sandentnahme und -aufspülung,

AP 6:  hydrotoxikologische Auswirkung von Sandentnahmen und Aufspülungen

 

Abbildung 1: STENCIL Projektstruktur einschließlich Interaktion zwischen Arbeitspaketen.
Im übergeordneten AP 1 tragen alle Projektpartner gemeinsam mit den Küstenschutzbehörden die aktuelle Praxis und Erfahrungen mit Sandaufspülungen in Deutschland und weltweit zusammen, um die Verbesserungen und die neuen Beiträge aus den anderen Arbeitspaketen zu demonstrieren und vor allem um praxisorientierte neue Strategien und zukünftige Forschungsbedarfe zu erarbeiten. Darüber hinaus beinhaltet AP 1 die Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt einschließlich der Organisation und Durchführung von Statusseminaren und Workshops.

 

Zeitraum: 10/2016 - 09/2019

Bewilligungssumme: 999.612,- €

Koordinator:

Forschungszentrum Küste (FZK), Leibniz Universität Hannover und Technische Universität Braunschweig

Projektpartner:

  • Leibniz Universität Hannover, Forschungszentrum Küste (FZK)
  • Leibniz Universität Hannover, Ludwig-Franzius-Institut für Wasserbau, Ästuar- und Küsteningenieurwesen
  • Technische Universität Braunschweig, Leichtweiß-Institut für Wasserbau – Abteilung Hydromechanik und Küsteningenieurwesen
  • RWTH Aachen University, Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft
  • RWTH Aachen University, Institut für Umweltforschung – Lehr- und Forschungsgebiet Umweltsystemanalyse
  • Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Wattenmeerstation Sylt

 

Website: www.stencil-project.de

 

Kontakt:

  • Projektleiter
    Dr.-Ing. Stefan Schimmels
    Forschungszentrum Küste (FZK)
    Merkurstr. 11
    30419 Hannover

    Tel: +49 511 762 9223
    schimmels [at] fzk.uni-hannover.de
  • Projektmanagement
    Dr. Franziska Staudt
    Forschungszentrum Küste (FZK)
    Merkurstr. 11
    30419 Hannover