KüNO Verbund
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Küstenmeerforschung in Nord- und Ostsee

Übergeordnetes Ziel der Forschungsförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Nord- und Ostsee im Rahmen des Programmes "Forschung für nachhaltige Entwicklungen" (FONA) ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen für die zukunftsfähige Nutzung der natürlichen Ressourcen in den Küstenregionen dieser Meeresgebiete zu legen.

Im Zusammenhang damit gilt es, die Umsetzung nationaler und europäischer Meerespolitiken in Form eines "Ecosystem Approach to Management" (EAM) in den deutschen Küstenmeeren zu unterstützen. So wird unter anderem der Erkenntnis Rechnung getragen, dass der Meeresschutz ein vorrangiges gesellschaftliches Interesse darstellt, das nur mit aktiver Unterstützung der Wissenschaft und mit Forschungsförderung verfolgt werden kann.

Entsprechend dem Inhalt und den Zielen der Küstenforschungsagenda für Nord- und Ostsee wird Forschung zu den folgenden vier übergeordneten Leitlinien gefördert:

  1. Wissen schaffen zur Nutzung und zum Erhalt von Ökosystemdienstleistungen der Küstengebiete von Nord- und Ostsee unter Berücksichtigung der wachsenden Nutzungsanforderungen und des Klimawandels.
  2. Verbesserung der Abschätzbarkeit von Auswirkungen des globalen Wandels auf die Küstenökosysteme sowie der Prognosefähigkeit mit Hilfe eines modularen Modellsystems Küstenmeer.
  3. Schaffen von wissenschaftlichen Grundlagen zur Unterstützung des Aufbaus von Infrastrukturen in der Küstenzone vor dem Hintergrund skalenübergreifender Variabilität.
  4. Unterstützende Forschung für die wirksame Umsetzung einer integrierten Meerespolitik, um optimale Bedingungen für eine nachhaltige Nutzung der Ozeane und der Meere zu schaffen und gleichzeitig Wachstum in der maritimen Wirtschaft und in den Küstenregionen zu ermöglichen.

Küstenforschung

Küstenmeere wie Nord- und Ostsee verbinden terrestrische und ozeanische Lebensräume. An der Schnittstelle zwischen Land und Ozean werden neben Veränderungen durch den Klimawandel und den zunehmenden Nutzungsdruck auch noch Reaktionen auf Veränderung im Einzugsgebiet der Küstenökosysteme wirksam.

Im Rahmenprogramm des BMBF „Forschung für nachhaltige Entwicklungen“ (FONA II) werden die Deutschen Küsten als eine von vier Schlüsselregionen der Erdsystemforschung genannt.

In einem Konsultativprozess mit Verbänden der Wissenschaft und der praxisorientierten Nutzer meereskundlicher Forschung an Nord- und Ostsee wurde eine Küstenforschungsagenda erarbeitet, die für die nächsten zehn Jahre als inhaltliche Richtschnur für gezielte Fördermaßnahmen des BMBF im Bereich der Küstenforschung dienen wird.

Übergeordnetes Ziel dabei ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen für ein ökosystemorientiertes, nachhaltiges Management der Küstenressourcen zu entwickeln und stetig zu verbessern. In der Agenda werden sechs Forschungsschwerpunkte hervorgehoben:

  • Hydro-, Sediment- und Morphodynamik,
  • Stoffkreisläufe,
  • Biologischer Wandel,
  • Nutzungsansprüche im Spiegel des Klimawandels,
  • Infrastrukturen im Küsten- und Verkehrswasserbau sowie
  • Beiträge zur Entwicklung von Mess- und Beobachtungssystemen.

Es ist vorgesehen, zur Umsetzung der Küstenforschungsagenda drei Förderbekanntmachungen zu veröffentlichen.

Die Themen, zu denen Projektvorschläge eingereicht werden können, lauten:

  1. Grundlagen für ein verbessertes Verständnis von Küstenmeerökosystemen,
  2. Wechselwirkungen, Austausch- und Transportprozesse zwischen Meeresgrund und Wassersäule,
  3. Entwicklung und Bewertung von Konzepten für innovative Infrastrukturen und Systeme im Küstenbereich.

Neben der Förderung der wissenschaftlichfachlichen Themenfeldern ist auch ein Begleitprojekt geplant, mit dem in enger Abstimmung mit dem BMBF und dem Projektträger die inhaltliche und organisatorische Durchführung der Förderinitiative begleitet werden soll.